Die Stimmung ist gut. Nein, hervorragend. Alle vier Gefährten sind bereit für die Reise. Das Gepäck ist festgezurrt und verstaut. Ein letzter Abschiedsgruß an die liebsten und dann geht es auch schon los. Die weiten Felder locken und zerren die Gruppe förmlich nach draußen.
Es zieht sie vorbei an grünen Flächen und Bächen. Hier und da springt ein Fisch aus dem Wasser, dort schauen die Löffel eines Kaninchens aus dem Bau, da hinten stiehlt sich ein scheues Reh davon.
Sie laufen. Ein Tag. Zwei Tage. Drei Tage. Die Karte wird regelmäßig studiert, ob sie noch auf Kurs sind. Die anfangs noch grünen Auen, wie sie motiviert und getrieben haben, scheinen mit jedem Tag endloser zu werden. Der Horizont flüchtet schneller als die Gruppe reisen kann. Und es scheint kein Ende in Sicht. Mit jedem weiteren dahin gleitenden Tag sinkt die Motivation.
Einige ziehen traurige Mienen, lassen die Schultern hängen. Hoffnungslosigkeit macht sich breit.
Die nächste Nacht bricht herein. Still. Dunkel. Kalt. Ohne Schutz auf den weiten Feldern. Die Stimmung ist am Tiefpunkt. Niemand verliert ein Wort, denn eine weitere Gefahr schleicht sich langsam unter den Reisenden: Die Vorräte gehen zur Neige. Hunger macht sich breit und das Knurren der Mägen ist von den wilden Tieren kaum noch zu unterscheiden.
Als die Sonne am nächsten Morgen in der Nase kitzelt, weiß ein jeder der Gefährten: Es geht weiter. Keine Gnade.
Schlurfend ziehen sie weiter, über Bächer, Hügel, Täler.
Die nach wie vor saftigen Wiesen wirken wie spöttischer Hohn in dieser trostlosen Runde.
Dann hörte man es nur poltern. Der letzte in der Reihe fiel in den Staub. Blieb regungslos liegen. Seine Begleiter, selbst zu kraftlos, ihm weiterzuhelfen, müssen ihn zurücklassen.
Tränen fließen an ihren Wangen herunter, doch sie setzen ihren Weg fort.
Dann fiel der Zweite. Das gleiche Spiel.
Die beiden verbliebenden bewegen sich wie von fremder Hand gesteuert auf das Ziel zu. Kurz bevor die letzte Nacht hereinbrach, wuchs es vor ihnen wie aus dem Nichts am Horizont hervor und bäumte sich vor ihnen auf.
Sie haben das versteckte Dorf gefunden.
Beide fielen auf die Knie, dankbar, es geschafft zu haben.
Dankbar, ihrem Volk die Erlösung bringen zu können.